Dem Motto „Vorfreude ist die schönste Freude“ folgend, mache ich mir bereits Wochen vor einer stattfindenden Einladung Gedanken darüber, was ich koche, wie ich es anrichte, welche Dekoration passt, welche Getränke die richtigen sind und wie viel ich davon brauche. Mit ausreichend gekühlten Getränken kann schon (fast) nichts mehr schief gehen. 😉 Ich bin bei der Mengenplanung – vorsichtig ausgedrückt – sehr großzügig. Bei mir gibt es immer viel zu viel aber ich bin lieber auf der sicheren Seite. Eine Eigenschaft die ich übrigens eindeutig von meinem Vater habe. Nichts blöder, als Essen und Trinken ist zu gering bemessen.

Eigentlich mache ich mir laufend Gedanken, wen ich denn als nächstes einladen könnte, nur damit ich wieder planen kann. Es macht mir schlichtweg Freude, Familie und Freunde um mich zu haben und vor allem wenn sich diese bei uns wohl fühlen. Was gibt es schöneres als einen Abend, an dem gemeinsam gegessen, getrunken und gelacht wird, die Sorgen vergessen oder geteilt werden? Damit diese Abende ein Erfolg werden und die Vorbereitung kein Chaos ist, empfehle ich jedem, vorweg einen Plan zu machen. Eine gute Vorbereitung und Organisation ist die „halbe Miete“ und man kann beim Kochen eine Menge Stress sparen.

Nachdem ich den Personenkreis für die Einladung definiert habe, stimme ich das Datum mit den Beteiligten ab und spreche die Einladung aus. In der Regel benötigt bei mir eine Einladung mit 8-10 Personen einen zeitlichen Vorlauf von 2 Monaten (wenn es am Wochenende stattfinden soll). Als nächstes mache ich mir Gedanken über das Menü. Hier ist es hilfreich über die Essgewohnheiten der Gäste Bescheid zu wissen. Ich habe zum Beispiel eine Freundin die keinen Knoblauch verträgt. Nur wie schnell verwendet man Knoblauch zum Kochen? Ich zumindest sehr häufig. Ich notiere mir deshalb immer die jeweiligen Befindlichkeiten. Bei Gästen, die zum ersten Mal bei uns sind erkundige ich mich vorher.

Die Menüzusammenstellung gelingt leichter, wenn ich mir ein Motto überlege. Ein Motto bedeutet jetzt nicht, dass sich deswegen alle verkleiden müssen, aber es dient der stimmigen Menüwahl und Dekoration, der rote Faden sozusagen. Das Motto muss nicht ausgesprochen werden, es kann auch ein „geheimes Motto“ im Hintergrund sein, nur für den Gastgeber. Achten Sie bei der Menüauswahl darauf, dass die einzelnen Schritte nicht zu kompliziert sind. Ich überlege mir immer einzelne Gänge, die ich möglichst gut vorbereiten kann. Oft auch schon am Tag davor. Desserts und Vorspeisen können häufig im Vorfeld zubereitet werden und müssen dann nur mehr „a la minute“ angerichtet werden. So kann einerseits Stress vermieden werden und andererseits kann man seinen Gästen volle Aufmerksamkeit schenken. Selbst beim Hauptgang kann man häufig die Beilagen vorbereiten (putzen und schneiden). Ich bin immer über jeden vorbereiteten Schritt dankbar.

Der Einkaufsplan. Den Einkaufsplan schreibe ich bereits vier bis fünf Tage vor der Einladung. Häufig werden Zutaten benötigt, die ich nicht überall oder lagernd bekomme. Bestimmte Fleisch- oder Fischstücke müssen häufig vorbestellt werden, vor allem in größeren Mengen. Als ich noch in Wien gewohnt habe, war das eindeutig einfacher. Da kriegt man alles irgendwie ums Eck. Seit knapp einem Jahr wohnen wir ja wieder im schönen Oberösterreich und ich muss sagen, das war eine große Umstellung, gewisse Sachen nicht so einfach zu bekommen. In Wien haben wir mitten im siebten Bezirk gewohnt, da war quasi alles in der Nachbarschaft vertreten. Aber mittlerweile weiß ich, wo ich was bekomme oder wer es mir besorgen kann. Somit ist der Einkaufsplan nun noch wichtiger geworden für mich.

Irgendwann habe ich begonnen, mir auch einen Zeitplan zu schreiben. Die einzelnen Schritte werden mit Zeitpunkten versehen, so laufe ich nicht (so leicht) Gefahr, dass ich etwas vergesse oder zu spät zubereite. Mein Zeitplan ist zugleich eine Art Checkliste. Manche Gerichte serviere ich vorab meiner Familie, um zu sehen, wie es ankommt. Wer möchte bzw. sich sicherer fühlt, kann auch einen Testlauf machen.

Nun habe ich meine Speisenzusammenstellung theoretisch erfolgreich abgeschlossen, einen Einkaufsplan geschrieben, die notwendigen Zutaten vorbestellt und einen Zeitplan erstellt. Es kann also ans Vorbereiten des Tisches gehen. Dazu gehört für mich auf jeden Fall sauberes Geschirr und Besteck, polierte Gläser, Kerzen und meistens Blumen. Je nachdem wen und wie viele Personen ich einlade, gibt es eine Sitzordnung und demnach auch Namenskarten. Prinzipiell gilt für mich beim Tisch dekorieren „weniger ist mehr“. Schön eingedecktes Geschirr, Besteck und Gläser machen schon viel her. Dann noch Servietten, schön gefaltet oder liebevoll verziert, Kerzen(leuchter) und ein paar Blümchen und der Tisch ist für mich perfekt. Überladene Blumengestecke oder auch zu hohe Kerzenleuchter, die einem den Blick zum Gegenüber versperren sind für mich ein echtes „No Go“. Ich kann nur jedem raten, die Gläser vor dem Eindecken noch einmal zu kontrollieren und gegebenenfalls zu polieren. Die Gäste werden es bemerken, davon bin ich überzeugt.

Schaltet lieber den Geschirrspüler vor dem Abendessen einmal mehr ein, damit Platz für das Geschirr während der Einladung ist. Und bevor ich vergesse: Teller vorwärmen! Vorgewärmte Teller sind vor allem für Suppen wichtig. Aber Achtung beim Servieren.

Grundsätzlich kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Richtet Euch soviel wie möglich vorab her. Ihr werdet über jeden Schritt dankbar sein und den Abend noch mehr genießen und entspannt sein.

Ich habe in der nachfolgenden Checkliste die wichtigsten Punkte für Euch zusammengefasst. Viel Spaß bei Eurer nächsten Einladung und in der Rolle als Gastgeber.

Eure Johanna

 

Checkliste für Einladungen:

  • Festlegung eines Mottos
  • Erstellung einer Gästeliste
  • Terminfixierung
  • Einladen der Gäste
  • Check, ob es bestimmte Ernährungsgewohnheiten zu berücksichtigen gibt
  • Menüplan erstellen (Speisen und Getränke)
  • Einkaufslisten schreiben
  • Zutaten vorbestellen
  • Zeitplan erstellen (vor allem für die einzelnen Kochschritte)
  • (ausreichend) Getränke zeitgerecht einkühlen
  • Eiswürfel organisieren
  • Blumen bzw. Tischdekoration organisieren
  • Besteck, Gläser und Geschirr polieren
  • Sitzordnung machen (Mann-Frau-Mann ist ein Klassiker)
  • Bei Bedarf Namenskarten / Menükarten schreiben
  • Tisch decken
  • Mise-en-place herrichten (Zutaten schneiden, Mengen abwiegen, etc.)
  • Kochen
  • Teller vorwärmen
  • Getränke vorbereiten (Welche Gläser werden benötigt? Gibt es Cocktails? Zitronenscheiben, etc.)
  • Aschenbecher vorbereiten
  • Wird Musik benötigt?
  • Fotoapparat

 

Das perfekte Dinner – in der Planung liegt der Erfolg

2 thoughts on “Das perfekte Dinner – in der Planung liegt der Erfolg

  • 16. März 2016 bei 19:51
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    OMG! Ich habe die Gläser letztes Mal nicht poliert!!! Und die Johanna hat es sicher bemerkt……

    Antwort
    • 17. März 2016 bei 8:18
      Permalink

      Liebe Kata! Ich habe mich puddelwohl gefühlt bei Euch! Meine Texte immer mit einem kleinen Lächeln lesen, manchmal sind Sachen auch etwas überspitzt geschrieben! Wichtig ist, dass man Spass dabei hat, egal was man tut. Alles Liebe Johanna

      Antwort

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