Ein kleiner Beitrag im „Kurier Freizeit“ animierte mich dazu, mich mit den aktuellen Foodtrends auseinanderzusetzen. Nun ja, ich weiß, wir haben bereits April und eigentlich wird über Trends immer zu Beginn des Jahres berichtet, aber ich bin sicher, dass noch nicht alle meiner Leser wissen, was aktuell essenstechnisch angesagt ist.

Jener besagte Kurier „Freizeit-Artikel“ berichtete über einen Foodtrend, der gerade in Großbritannien sehr gehypt wird, nämlich das Kochen mit Insekten, Heuschrecken, Grillen oder Ameisen. Es soll sich dabei um absolute Proteinquellen handeln, die noch dazu fettarm und reich an ungesättigten Fettsäuren sind. Da ich weder in den Fernseh-Dschungel ziehe noch einen Fernost-Urlaub geplant habe, werde ich wohl nicht in die Versuchung geraten Insekten zu kosten.

Was sind die aktuellen Food-Trends?

Im Zusammenhang mit Food-Trends wird ein Name immer wieder genannt, Hanni Rützler. Eine der international renommiertesten Food-Trend-Forscherinnen. Gemeinsam mit dem Zukunftsinstitut und der Lebensmittelzeitung definiert sie die kommenden Trends für den jährlichen Food Report. Hanni Rützler prognostiziert für 2016 die folgenden drei wesentliche Trendrichtungen:

Infinite Food. Gemeint ist damit, dass Essen immer und überall möglich ist. Künftig wird rund um die Uhr und überall gegessen, so lautet die Prognose von Hanni Rützler. Wir passen das Essverhalten an die beruflichen Anforderungen und unsere Freizeitaktivitäten an. Cafés und Restaurants in Fashion Stores, Autohäusern oder Museen werden vermehrt Anklang finden. Konzepte wie Food Trucks und Lieferdienste, wie zB. Foodora, gewinnen, vor allem für junge Gastronomen, immer mehr an Bedeutung. Märkte und Markthallen werden zu (neuen) Szene-Treffpunkten.

Fast Good. Fast Food erlebt eine Qualitätsrevolution. Die Ansprüche an hochwertiges und gesundes Fast Food werden verstärkt. Food Trucks ermöglichen schnelles, qualitativ hochwertiges Essen, dass durch andere Kulturen (v.a. arabische, hispanische und asiatische) bereichert wird.

Spiritual Food. Veganes, koscheres und glutenfreies Essen wird immer beliebter. Der Trend zu gesunder und bewusster Ernährung konnte bereits in den letzten Jahren verfolgt werden. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ethischer Verantwortung gegenüber Tieren und Umwelt spielt eine immer größere Rolle und trägt zum Koch- und Einkaufsverhalten wesentlich bei. Neben den gesundheitlichen Kriterien rücken verstärkt spirituelle Aspekte in den Vordergrund.

Was ist sonst noch total angesagt und kommt vermehrt auf den Tisch?

1.
Bestimmt habt Ihr schon von One Pot Pasta gehört oder die neue Art der Nudelzubereitung sogar schon probiert. Vielleicht macht ihr gar nichts anderes mehr als One Pot Pasta. Ich habe noch keinen Versuch gewagt, das werde ich aber demnächst ändern. Wie der Name schon sagt, werden bei der One Pot Pasta alle Zutaten in einen Topf geworfen, Wasser dazugegeben und das ganze gekocht. Klingt einfach und ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Bildquelle: www.chefkoch.de
Bildquelle: www.chefkoch.de

2.
Der nächste Trend ist die Lösung, wie der Mittags-Lunch von Zuhause aus stilsicher in die Arbeit kommt. Jeder kennt es. Top-motiviert, mit viel Geduld und Liebe bereitet man sich seinen Mittags-Lunch zu, um nicht in die Verlegenheit von ungesundem Fast Food zu kommen. In der Arbeit angekommen ist der Inhalt der Lunchbox in alle Ecken zerstreut und nichts schaut mehr so aus wie ursprünglich zubereitet. Die Lust am Lunch zubereiten, vergeht einem regelrecht. Die Lösung sind Schichtsalate oder generell geschichtetes Essen. Die unterschiedlichen Zutaten werden in einem Einmachglas geschichtet und kurz vor dem Verzehr mit Suppe oder Dressing übergossen. Klingt einfach und nach einem perfekten, gesunden Mittags-Snack.

www.essen-und-trinken.de
Bildquelle: www.essen-und-trinken.de

3.
Habt ihr schon von Zoodles gehört? Bei Zoodles wird das Gemüse direkt als Teigersatz genommen und mit Hilfe eines Spirali-Machers zu langen Spaghetti verarbeitet. Spiralimania heißt der Trend, bei dem aus Karotten, Zucchini oder Roter Bete Spaghetti gemacht werden. Gemüse wird zu Pasta und ersetzt die Kohlenhydrate im Nudelgericht. Ich könnte mir vorstellen, dass (meine) Kinder dank dieser Zubereitung mehr bzw. lieber Gemüse essen. Jetzt brauche ich also nur noch einen Spirali-Macher. 😉

www.kochen-macht-spass.com
Bildquelle: www.kochen-macht-spass.com

4.
Was 2015 das Kokoswasser war, ist nun das Birkenwasser. Die Flüssigkeit schmeckt leicht süßlich und wird aus dem Birkenstamm gewonnen. Birkenwasser soll sehr gesund sein und nebenbei gegen Haarausfall helfen. Ich persönlich habe weder Kokoswasser noch Birkenwasser bis jetzt getrunken. Ich bleibe beim Mineralwasser. 😉

www.brigitte.de
Bildquelle: www.brigitte.de

5.
Das Selbermachen, auch unter DIY (do it yourself) bekannt, ist in allen Bereichen wieder sehr „in“. So auch beim Kochen und Backen. Allen voran das Brot backen. Wer kann, macht soviel wie möglich selbst. Man weiß woher es kommt, welche Zutaten verwendet werden und es macht obendrein noch Spaß. Vor allem, wenn es gelingt und schmeckt.

 

Wie bei der Mode muss man auch beim Essen nicht alle Trends mitmachen. Wichtig ist, dass es einem schmeckt, zu einem passt und man sich wohlfühlt. Ich werde Gemüsespaghetti und One Pot Pasta jedenfalls probieren und Euch berichten.

Übrigens hat, während ich den Artikel geschrieben habe, mein jüngster Sohn den Insekten-Trend ausprobiert. Vater und Sohn spielen „Gasthaus mit Sandkuchen“. Vater nimmt die Ameise auf den Finger und fragt den jüngeren Sohn: „Willst Du eine Ameise kosten?“ Schwupdiwupp, schon hatte Oskar den Finger vom Papa und somit die Ameise im Mund. Tja liebe Ameise, es tut mir leid.

Eure Johanna

 

Quellen:

Die größten Food Trends 2016: http://www.news.at/a/food-trends-2016
Food-Report 2016, Hanni Rützler, Leseprobe: https://www.zukunftsinstitut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Leseproben/Foodreport2016_Leseprobe.pdf
Beitragsbild: www.bu.edu

Foodtrends – was aktuell auf unsere Teller kommt

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